Code+Design Initiative | 05-04-2018

Die BARMER hat das Camp in Berlin gefördert und begleitet. Wir haben mit Mercedes Motz, Startup Consultant bei BARMER, darüber gepurpleet.

Gespräch mit Mercedes Motz von BARMER zum Engagement von BARMER auf dem Code+Design Camp im Februar 2018 in Berlin.

Code+Design: Bei einem Jugend-Hackathon waren in der Vergangenheit eher Technologie-Firmen wie trivago oder UnityMedia als Partner dabei. Die BARMER als Krankenkasse ist eher ungewöhnlich. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Motz: Die BARMER ist sehr aktiv dabei, neue gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur zu erkennen, sondern auch mitzugestalten. Die digitale Wirtschaft ist für uns sehr interessant. In Berlin arbeiten wir eng mit Startups zusammen, wir beraten sie zu verschiedenen Themen wie Gesundheit und entwickeln mit ihnen auch neue Konzepte im Bereich Digital Health. Es war für uns nur ein logischer Schritt, auch die nächste Generation von Codern und Designern frühzeitig mit zubegleiten und mit ihnen zum Thema digitale Arbeit und Gesundheit zusammenzuarbeiten.


Code+Design: Welche Art des digitalen Arbeitens hat die BARMER auf dem Camp erlebt?
Motz: Wir waren total fasziniert, wie gut die Jugendlichen im Team gearbeitet haben. Und auch teamübergreifend haben sich Mädchen wie Jungs gegenseitig unterstützt. Das kreative Chaos, das zu den Ideen führt und die Diskussionen, die dabei stattfinden, gehören ja auch in der späteren Berufswelt zum Arbeitsalltag dazu. Und wir haben auch gehört, dass die Teams ausgemacht haben, wann sie Pausen brauchen. Eine Gruppe hat sich sogar Pflanzen gekauft, um eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu haben. Wir finden es natürlich super, wenn die Jugendlichen von sich aus über diese Gesundheitsthemen nachdenken.

Code+Design: Wie seht ihr die Arbeitswelt der Zukunft?
Motz: Ich glaube, dass in Zukunft fast alle Arbeit digital sein wird. Und diese Berufe werden stark von eigenverantwortlichem Teamwork und kreativem Denken bestimmt sein. Es war spannend zu sehen, wie die Jugendlichen selbst ihren „Arbeitstag“ strukturiert haben. Manche haben sich ganz bewusst entschieden, mittags nach dem Essen einen kleinen Spaziergang zu machen, um den Kopf wieder frei zu kriegen. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass ein Raum mit 100 Jugendlichen so ruhig sein kann. Da war volle Konzentration angesagt und das Klischee, dass Jugendliche am liebsten super laute Musik um sich haben, wurde auch eher widerlegt. (lacht)


Code+Design: Ihr hattet euch ja auch ein paar Aktivitäten für die Teilnehmer ausgedacht, die sehr gut angekommen sind. Wie habt ihr das empfunden?
Motz: Das Ziel der Aktionen war ja, dass die Jugendlichen nach stundenlangem Arbeiten mal eine aktive Pause machen. Wir hatten zum einen eine T-Wall aufgebaut und daran ein kleines Gewinnspiel geknüpft. Bei der T-Wall geht es darum, möglichst schnell die aufleuchtenden Felder zu berühren. Obwohl nur der erste Versuch für das Gewinnspiel gezählt hat, gab es viele, die sich immer wieder angestellt haben, um sich noch mal zu steigern. Es war wundervoll zu sehen, wie ein paar Jugendliche, die sonst eher still waren, plötzlich total aus sich herausgekommen sind. Und auch von den Anderen angefeuert und gefeiert wurden, wenn sie sich noch verbessert haben. Insgesamt ist uns immer wieder aufgefallen, wie sehr sich die Jugendlichen untereinander unterstützt haben.

Code+Design: Und dann hattet ihr auch noch einen Trainer für eine aktive Pause mitgebracht…
Motz: Ich glaube, dass sich viele Teilnehmer am Anfang noch nicht wirklich vorstellen konnten, was sie da erwartet. Deswegen waren sie erstmal nicht sonderlich interessiert. Als dann die erste Gruppe angefangen hat, war die Begeisterung aber schnell da. Die Übungen zielen darauf ab, dass ungewohnte Bewegungsabläufe das Gehirn dazu zwingen, neue Verknüpfungen zu erstellen und das funktioniert am besten, wenn die Übungen erst einmal überhaupt nicht funktionieren (lacht). Wir haben gesehen, dass sie die Übungen in den Gruppen später sogar selbstständig genutzt haben, um kurz mal Pausen zu machen und den Kopf frei zu bekommen.

Code+Design: Was war euer größter Aha-Moment auf dem Camp?
Motz: An einem Tag erzählte mir eine Teilnehmerin, dass sie jeden Abend mit der BARMER Alexa Skill „Schlafenszeit“ einschläft und wie gut das funktioniert. Ich glaube, dass es für uns alle eine große Überraschung war, wie bewusst sich die Jugendlichen mit Themen wie Gesundheit, Stress, Work-Life-Balance und Lebensqualität im Allgemeinen auseinandersetzen. Es gab ja auch eine App mit dem Ziel, sich gegenseitig zu gesunder Lebensweise zu motivieren. Auch in dieser Gruppe haben wir extrem viele gute Ideen gehört. Wir freuen uns, dass wir als Partner auf dem Camp dabei sein konnten und sind uns sicher, dass diese Jugendlichen die Arbeitswelt der Zukunft – und dabei vor allem auch die nachhaltige geistige und körperliche Gesundheit beim Arbeiten – positiv mitgestalten werden.

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Die Code+Design Initiative e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Berufs- und Studienorientierung im Bereich Informatik und Design.

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